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3.5.2001
Die Roboter-Bienen schwärmen ausWas ist Intelligenz? Mit dem Bau von Robotern gehen Forscher des Artificial Intelligence Lab der Universität Zürich dieser Frage auf den Grund. Mit fliegenden Robotern sind die Uni-Wissenschafter auch am Zürcher Festival des Wissens in der Halle des Hauptbahnhofs vertreten. von Roger Nickl
Halb Zeppelin ist er und halb Biene der fliegende Roboter «Melissa» des Artifical Intelligence Lab (AI Lab) der Universität Zürich. Ein 2,3 Meter langer Heliumballon hebt das intelligente Flugojekt in die Lüfte. Angetrieben und manovrierfähig gemacht wird «Melissa» durch drei Kleinmotoren, die in der unter dem Ballon angebrachten Gondel Platz finden. Der Flugroboter orientiert sich mittels einer dem Bienenauge nachempfundenen Kamera, welche in der Horizontalen ein Blickfeld von 360 Grad und in der Vertikalen ein solches von 260 Grad erfassen kann. «Melissa» nimmt die Welt so gewissermassen mit den eigenen Augen wahr und beschafft sich Informationen über die Umwelt mittels der eigenen Sensorik. Dadurch kann die Roboter-Biene sich weitgehend selbständig bewegen. Ihre «Artgenossen» kann sie an am Heck der Gondel angebrachten Lämpchen erkennen und so auf das Gegenüber reagieren. Am Zürcher Festival des Wissens sind die Wissenschafter des AI Lab gleich mit acht solcher fliegenden Roboter präsent, die sie vom 5. bis 7. Mai in der grossen Halle des Hauptbahnhofs ausschwärmen lassen. Verstehen durch Nachbauen
Das Credo der Künstlichen-Intelligenz-Forscher an der Universität Zürich ist es nun, intelligentes Verhalten durch den Bau von Robotern zu reproduzieren und so mehr darüber zu erfahren. Hanspeter Kunz spricht bei diesem synthetischen Ansatz auch von einer «bio-inspirierten Robotik». Es zeige sich dabei, dass das Verhalten eines Roboters nicht allein von seinem Programm gewissermassen seinem Hirn abhängt, sondern dass es auch entscheidend von Körperbau, Anordnung und der Art der Sensoren beeinflusst wird. Noch werden an der Uni Irchel zwar keine Velo fahrenden Roboter auf Entdeckungsreise durch die Stadt Zürich geschickt, sondern es wird eben etwa das intelligente Verhalten von Bienen studiert. Durch den Bau der fliegenden und miteinander interagierenden Roboter hoffen die Forscher mehr über die Navigationstechnik der Bienen, aber auch über das Schwarmverhalten im allgemeinen zu erfahren. Letzteres interessiert Hanspeter Kunz besonders: «Unseren fliegenden Robotern genauso wie den Bienen stehen nur lokale Informationen zur Verfügung», erklärt er, «es gibt in einem Schwarm keinen 'Chef', der die Führung übernimmt.» Obwohl jeder Roboter seine eigenen Entscheidungen treffe, bewege sich der Schwarm aber als ein Ganzes. Es ist dies ein Indiz für das Prinzip der Emergenz, vereinfacht gesprochen für die Erkenntnis, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Einzelteile. Interaktion per Natel Roger Nickl ist Redaktor des unimagazins und freier Journalist. |
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