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Mobiltelefone verändern Hirnströme (LifeScience Zürich)
«Trotz Handy gut schlafen» (unireport 2002, PDF-Datei: 120 KB)
Beinflusst das Handy unser Gehirn? (unipublic, 12.10.2000)
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Studies on the influence of pulsed high-frequency electromagnetic fields on sleep (Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Zürich)
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Journal of Sleep Research
 

 

4.12.2002

Handystrahlung verändert Hirnaktivität

Eine 30-minütige Bestrahlung mit elektromagnetischen Feldern, wie sie von GSM Mobiltelefonen ausgesendet werden, verändert die Gehirnaktivität. Diese Veränderungen halten auch nach der Exposition an. Dies zeigt eine Studie vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Zürich, des PET-Zentrums am UniversitätsSpital Zürich und der IT'IS (Foundation for Research on Information Technologies in Society).

Von Peter Achermann und weitere (s. unten)

Nach einer 30-minütigen Bestrahlung mit pulsmodulierten Feldern, die den Handy-Frequenzen entsprechen, wurde eine Zunahme des regionalen zerebralen Blutflusses in spezifischen Regionen der linken, exponierten Hemisphäre beobachtet. Dies belegten PET (Positronen-Emissions-Tomographie) Untersuchungen (Abb. 1).

Hirn PET
Abb. 1:
Auswirkung pulsmodulierter elektromagnetischer Felder auf den zerebralen Blutfluss. Dargestellt sind Regionen mit erhöhtem relativem Blutfluss im Vergleich zur Kontrollbedingung ohne Feld. (Bild: Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Zürich)

Darüber hinaus stellten die Forschenden fest, dass die elektrische Aktivität des Gehirns (Hirnströme) während dem Schlaf verändert war. Dieser Effekt war über die ganze Nacht sichtbar. Pulsmodulierte elektromagnetische Felder – entsprechend den Handy-Frequenzen –, nicht aber kontinuierliche Hochfrequenzfelder, veränderten das Wach-EEG vor dem Einschlafen und das Schlaf-EEG in bestimmten Frequenzbereichen (Abb. 2).

Die spektrale Leistung war im Wach-EEG im Alpha- Bereich und im Schlaf-EEG im Bereich der Schlafspindeln erhöht. Der Effekt im Schlaf war in der zweiten Nachthälfte am deutlichsten. Schlafdauer und Schlafstadien waren nicht verändert. Die Resultate zeigen erstmalig, dass die Pulsmodulation der elektromagnetischen Felder notwendig ist, um das Wach- und Schlaf EEG zu beeinflussen.

EEG
Abb. 2:
Auswirkung pulsmodulierter elektromagnetischer Felder auf das Schlaf-EEG. Das EEG wurde einer Spektralanalyse unterzogen. Dargestellt sind die Leistungsspektren nach pulsmodulierter Exposition im Vergleich zu einem nichtmodulierten, kontinuierlichen Feld. Das graue Band zeigt die signifikanten Veränderungen. (Bild: Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Zürich)

Bei der Einschätzung der Befunde ist Vorsicht geboten. Es ist noch zu früh, Schlussfolgerungen über mögliche gesundheitliche Auswirkungen zu ziehen. Elektromagnetische Felder, wie sie beim Gebrauch von Mobiltelefonen entstehen, könnten sogar zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken eingesetzt werden.

Reto Huber1, Valerie Treyer2, Alexander A. Borbély1, Jürgen Schuderer3, Julie Marie Gottselig1, Hanspeter Landolt1, Esther Werth1, Thomas Berthold2, Niels Kuster3, Alfred Buck2, Peter Achermann1

1. Abteilung Psychopharmakologie und Schlafforschung
des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie
der Universität Zürich
2. PET-Zentrum des UniversitätsSpitals Zürich
3. IT'IS (Foundation for Research on
Information Technologies in Society).