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«Einsichten in das Gehirn der Wüstenameise» (unipublic, 27.9.2002)
Der sagenhafte Orientierungssinn der Wüstenameisen (unipublic, 14.6.2001)
 

 

11.11.2002

Der Ruhm der Cataglyphis

Am Freitagabend wurde an der Universität Zürich der Ameisenforscher Rüdiger Wehner mit dem Marcel-Benoist-Preis 2002 ausgezeichnet. Der mit 100 000 Franken dotierte Preis ist einer der bedeutendsten Forschungspreise der Schweiz und wurde von Bundesrätin Ruth Dreifuss überreicht. Gleichzeitig fand mit der Preisverleihung die erste offizielle Feierlichkeit im neuen Hörsaal der Universität Zürich statt.

Von Lukas Maeder

Übergabe
Rüdiger Wehner erhält den Marcel-Benoist-Preis aus den Händen von Bundesrätin Ruth Dreifuss (Bild: Christoph Schumacher)

In letzter Minute fertiggestellt, musste sich der neue Hörsaal der Universität Zürich bereits seit Semesterbeginn im akademischen Alltag bewähren. Doch als Ort für offizielle Feierlichkeiten hatte der Hörsaal KOH-B-10 – so die unscheinbare Bezeichnung des 500 Plätze umfassenden, gelungenen Werks des Architektenteams Gigon & Guyer – erst am letzten Freitagabend Premiere: Der diesjährige Marcel-Benoist-Preis wurde dem Zürcher Zoologen Professor Rüdiger Wehner durch Bundesrätin Ruth Dreifuss verliehen. Der 62jährige Wehner wurde für seine dreissigjährige Erforschung des Orientierungssystems bei der Wüstenameise Cataglyphis mit dieser bedeutenden Ehrung ausgezeichnet.

Weder
Rektor Hans Weder (Bild: cs)

In seiner Begrüssung der zahlreich erschienenen Gäste gab der Rektor der Universität Zürich, Hans Weder, seiner Freude über die Verleihung des Marcel-Benoist-Preises an den Rüdiger Wehner Ausdruck – und der damit verbundenen Ehre für die Universität. Der Preis sei alleine Wehners Verdienst, dass dabei auch etwas von seinem Glanz auf die Universität Zürich fällt, sei zumindest nicht ungerecht. «Rüdiger Wehner und die Universität Zürich passen zusammen», sagte er und strich dabei die Förderung hochstehender Grundlagenforschung durch die Universität heraus. Es sei gewiss gut, wenn die Wissenschaft dem Menschen hilft, sie bedürfe jedoch keiner solchen Rechtfertigung; das Wissen-Wollen, das Verstehen als solches müsse allein schon als kulturelles Gut hochgeachtet werden.

 Dreifuss
Bundesrätin Ruth Dreifuss (Bild: cs)

Auch Bundesrätin Dreifuss als «oberste Chefin des Bildungswesens» – so Weder – und gleichzeitig Präsidentin der Marcel-Benoist-Stiftung unterstrich die Wichtigkeit einer Forschung ohne Gewinnabsichten, welche gerade in der heutigen Zeit nicht vergessen werden dürfe: «Die reine Freude an der Entdeckung ist schon ein Kunstwerk.» Weiter hob sie die Arbeitsmethoden des Preisträgers hervor. Wehners Verbindung von verschiedenen methodischen Ansätzen wie Robotik, Molekularbiologie, Verhaltensforschung und Biochemie ermöglichten erst die ganzheitliche Betrachtung des Forschungsgegenstands und das Resultat zeige die Vorteile einer multidisziplinären Forschung. So habe es Wehner vermocht, Sympathien für die Wüstenameise Cataglyphis zu wecken – offensichtlich auch bei Bundesrätin Dreifuss: «Cataglyphis könnte ein schöner Mädchenname werden!», schloss sie ihre Ansprache.

Wehner
Rüdiger Wehner bei seiner Rede (Bild: cs)

Nach der Laudatio für Rüdiger Wehner, gehalten von dem langjährigen Freund Wehners Professor Walter Gehring, ebenfalls ein bedeutender Schweizer Biologe, der an der Universität Basel tätig ist, fand die offizielle Preisübergabe durch Bundesrätin Dreifuss statt. In einem kurzen und spannenden Vortrag gab der Preisträger persönlich einen Einblick in seine Forschungen zum Navigationssystem der Wüstenameise Cataglyphis. Nach einem musikalischen Abschluss des Anlasses durch das Zürcher Bläser Quintett bot sich im ebenfalls neu hergerichteten Foyer die Möglichkeit zum ungezwungenen Gespräch bei Orangensaft und Weisswein.

Lukas Maeder ist Student an der Universität Zürich und freier Mitarbeiter bei unipublic.

 
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