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27.4.2002 Dies academicus 2002 Jahrespreise Sita Mazumder «Die Sorgfalt der Schweizer Banken im Lichte der Korruptionsprävention und -bekämpfung» Die Korruption in ihren verschiedensten Formen, z.B. die Bestechung, ist weltweit eine der grössten Herausforderungen der Gegenwart. Durch Bestechung wird die Integrität von Mitarbeitern öffentlicher Ämter untergraben, Bestechung führt zu politischem Machtmissbrauch, öffentliche Güter und Privatinvestitionen werden fehlalloziiert, der Privatsektor wird geschädigt und die am wenigsten Bemittelten werden am empfindlichsten getroffen. Die wachsende Nachfrage der Anspruchsgruppen nach erhöhter ethischer Verantwortung von Unternehmungen und Amtsträgern hat das Bewusstsein von Integrität im Geschäftsleben und in der Politik geschärft. Einen Meilenstein in der Korruptionsbekämpfung hat die OECD mit der Schaffung der Konvention über die «Bekämpfung der Bestechung ausländischer Amtsträger im internationalen Geschäftsverkehr» gesetzt. Und zwar wurde diese Konvention nicht durch Regierungsbeamte geschaffen, sondern ist hervorgegangen aus der Initiative eines visionären Menschen, des Gründers von Transparency International, einer Nichtregierungsorganisation. Die Unterzeichnung der Konvention durch die Schweiz 1997 hat unmittelbar den gesetzgeberischen Prozess in unserem Lande in Gang gebracht und zur Revision des Korruptionsstrafrechts und damit zur Kriminalisierung der aktiven und passiven Bestechung von Amtsträgern geführt. Bestechung geschieht meist über Geldtransfer, was die Banken als bedrohte Akteure und Opfer in den Mittelpunkt rücken lässt. Sita Mazumder befasst sich in ihrer Dissertation mit der Rolle der Schweizer Banken, die sich aus der Kriminalisierung der Bestechung ergibt. Hier steht der Bereich der Compliance im Mittelpunkt der Bankpolitik. In diesem Falle ist dies die gesetzestreue Pflicht zur Überwachung und Abwehr korruptionsverdächtiger Geldflüsse in die Bank und aus der Bank. Vor dem Hintergrund des enormen internationalen Ausmasses der Korruption, wovon im vorliegendem Werk auf 20 Seiten ausgewählte Beispiele aus 28 Ländern vorgeführt werden, legt die Autorin dar, auf welche Art und Weise die Zivilgesellschaft, im speziellen die Bankwirtschaft, in enger nationaler und internationaler Kooperation mit Politik und Jurisdiktion, den Kampf gegen dieses Übel gewinnen kann. In ihrer Überzeugung, dass eine nachhaltige betriebliche Bankpolitik auch mit ethischer Verantwortung gekoppelt sein muss, zeigt die Autorin, dass gesetzestreue Pflichterfüllung nicht genügen kann und darf. In der Marktwirtschaft verfügen die Banken trotz Regulierung und Branchenselbstregulierung über einen eigenen Freiraum, in welchem sie ihren Machtbereich mit privatwirtschaftlich interpretierter Eigenverantwortung ausfüllen können. Und hier ist Raum für den Wettbewerb um integres Geschäftsgebaren und Wohlverhalten, was allen Stakeholdern zugute kommt und den Schweizer Banken die Möglichkeit gibt, im Kampf gegen die transnationale Korruption wegweisend zu sein. Kontaktadresse |
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