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30.3.2001 Mit neuen Therapiemethoden gegen Creutzfeldt-JakobAdriano Aguzzi hat sich anlässlich des Besuchs des EU-Kommissars für Forschung Busquin zu den Perspektiven der Prionenforschung und künftigen Therapiemöglichkeiten der neuen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung bei Menschen geäussert. Im Interview mit unipublic erläutert er seine wichtigsten Aussagen. von Thomas Gull
unipublic: Herr Prof. Aguzzi, sie haben mit EU-Forschungsminister Philippe Busquin über die Zukunft der Prionenforschung gesprochen. Welches sind Ihre wichtigsten Anliegen? Prof. Aguzzi: Es war eine sehr interessante Gelegenheit, aus meiner Sicht zu erklären, was in Zukunft die Prioritäten der Prionenforschung sein könnten. In Anbetracht einer Seuche oder einer grossen volksgesundheitlichen Katastrophe ist die Versuchung immer sehr gross, vor allem angewandte Forschung zu finanzieren. Dabei dürfen wir aber nicht aus den Augen verlieren, dass Basic Research, das heisst Grundlagenwissenschaft, auf lange Sicht vielversprechender ist. Dies ist gerade bei den Prionen der Fall, denn wir wissen nicht einmal genau, welches die exakte physikalische Natur des Erregers ist. Deshalb ist es umso wichtiger, dass man Grundlagenwissenschaft betreibt. Sie haben argumentiert, die angewandte Forschung im Bereich der Diagnostik lohne sich auch wirtschaftlich und könne deshalb der privaten Initiative überlassen werden. Genau. Wir haben in den letzten Monaten gehört, welche wirtschaftlichen Erfolge Firmen feiern, die sich mit Prionendiagonstik und BSE-Tests beschäftigen. Hier findet bereits eine Eigendynamik statt. Deshalb ist es in diesem Bereich weniger wichtig, dass die öffentliche Hand mitfinanziert. Ganz anders sieht es bei der Therapie von Infizierten aus. Da muss die öffentliche Hand finanzielle Mittel bereit stellen, sonst passiert gar nichts. Bisher sind etwa einhundert Menschen erkrankt. Wir wissen aber nicht, wie es in fünf Jahren aussehen wird. Was haben Sie da für Vorstellungen? Ich bin nicht sehr optimistisch. Ich denke, die Epidemie bei den Menschen wird weitergehen und sich wahrscheinlich ausweiten. Bei den Rindern gehen Sie davon aus, dass es in fünf bis sechs Jahren keine Erkrankungen mehr gibt. Weshalb? Weil jetzt endlich Tiermehle vollständig verboten wurden. Es sollte also keine neuen Infektionen mehr geben und bis in einigen Jahren werden die bereits infizierten Tiere tot sein. Und bei den Menschen? Da muss man wegen der langen Inkubationszeit in den nächsten fünfzehn bis zwanzig Jahren mit neuen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankungen rechnen. Zahlen zu nennen wäre allerdings «Guesswork». In welche Richtung geht ihre Forschung? Thomas Gull arbeitet als Redaktor bei unicommunication |
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