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30.3.2001 EU-Kommissar für Forschung besucht Prionen-Forscher AguzziAm Freitag besuchte der EU-Kommissar für Forschung Philippe Busquin zusammen mit Staatssekretär Charles Kleiber Prof. Adriano Aguzzi in seinem Labor am Universitätsspital, um sich ein Bild über den neuesten Stand der Prionenforschung zu machen. Von Thomas Gull
Der EU-Kommissar für Forschung Philippe Busquin hat bei seiner eintägigen Visite in der Schweiz zuerst Halt in Zürich gemacht und dabei die Prionenforscher Adriano Aguzzi, Professor am Institut für Neuropathologie des Universitätsspitals, und Rudolf Glockshuber, Professor am Institut für Molekularbiologie der ETH Zürich, besucht. Busquin weilte auf Einladung von Staatssekretär Charles Kleiber in der Schweiz und reiste von Zürich aus weiter nach Bern, wo er sich mit Bundesrätin Ruth Dreifuss traf. Dass Busquin die Prionenforscher besuchte ist kein Zufall: Zürich gehört zu den weltweit führenden Zentren in der Prionenforschung. BSE und die Creutzfeldt-Jacob-Erkrankung bei Menschen sind im Moment besonders aktuell. Und die beiden Forscher Aguzzi und Glockshuber beteiligen sich an mehreren EU-Forschungsprojekten.
An der Universität Zürich empfing der Prorektor Forschung Prof. Alexander Borbély den EU-Kommissar. Neben der Information über die aktuelle Forschung wurden auch politische Fragen erörtert. Nach wie vor ein Hindernis für die Beteiligung von Schweizer Forschern an den EU Projekten ist die Tatsache, dass die Schweizer, obwohl sie sich sehr erfolgreich an der EU Forschung beteiligen, keine eigenen Projekte initiieren können, solange die bilateralen Verträge mit der EU nicht ratifiziert sind. Und die Schweiz muss ihre Beteiligung an den EU Rahmenprogrammen selbst finanzieren. 1999 waren das rund neunzig Millionen Franken. Busquins grosses Projekt ist der «Europäische Forschungsraum». Dafür hat er auch in der Schweiz geworben. Ziel ist die Integration der europäischen Forschung und die Schaffung von europäischen Exzellenzzentren. Das heisst, die nationalen Forschungsprogramme sollten geöffnet und internationalisiert werden. «Ganz in unserem Sinn ist auch, dass Busquin den Brain Drain qualifizierter Forscher nach Amerika stoppen und Europa wieder zu einem Kernpunkt der weltweiten Forschung machen will», erklärte Borbély. Obwohl Busquin nur rund eineinhalb Stunden an Universität und ETH verbrachte, ist Borbély überzeugt, dass die persönlichen Eindrücke und die Kontakte des Kommissars für die Zukunft fruchtbar sein werden.
Thomas Gull arbeitet als Redaktor bei unicommunication |
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